Kiffen?
Ich wage mal zu behaupten, dass ich nicht gerade konservativ bin, aber zur Zeit beobachte ich etwas, was mir Sorgen bereitet: Cannabiskonsum wird verharmlost und es wird versucht, die Droge gesellschaftsfähig zu bekommen.
Zu den Fakten:
- Arnold Schwarzenegger wäre möglicherweise bereit, das Kiffen in Florida zu legalisieren, um dadurch mehr Steuern einnehmen zu können (diepresse.com)
- Kiffen ist in vielen US-Bundesstaaten als medizinisches Mittel zugelassen und ist scheinbar viel zu leicht zu bekommen (youtube.com)
- Die Linkspartei in Deutschland, fordert die “weiche Droge” (dazu später mehr) zu legalisieren (diepresse.com)
Und etwas ist mir ganz persönlich aufgefallen: Ich war vor Kurzem auf einer Party und habe mich dort längere Zeit im Raucherbereich aufgehalten. Irgendwann fiel mir der penetrante Gras-Geruch auf. Nach kurzer Zeit war klar, dass sich jemand, von dem ich schon seit längerem wusste, dass er kifft, gerade unter den Augen von etwa 50 anderen einen durchzieht… Aber gut, ein Chaot sagt noch nichts über ein Phänomen aus, der Witz war aber, dass auf die Vorlage des einen, nachher etwa noch drei Weitere ihre Joints auspackten und rauchten. Alles Leute, bei denen mich das nicht überraschte, aber wäre vor ein paar Jahren jemand auf die Idee gekommen auf einer öffentlichen Party einen Joint zu rauchen? Also soweit ich weiss, hätte man sich damals besser in das hinterste Eck verzogen.
Ich finde das Ganze jedenfalls sehr erschreckend und habe mich mal ein wenig schlau gemacht, was man denn so über die angeblich “weiche” Droge, die so völlig harmlos sein soll weiss
Das sogenannte Amotivationssyndrom: Zwar hat der Konsument selbst ein Gefühl erhöhter Leistungsfähigkeit, die jedoch objektiv betrachtet immer mehr abnimmt. An die Stelle geordneten Denkens und logischer Schlussfolgerungen tritt häufig eine Art Scheintiefsinn, wovon vor allem Sorgfaltsleistungen betroffen sind. […] Im Zusammenhang mit dem genannten Amotivationssyndrom zeigt sich ein zunehmendes allgemeines Desinteresse, gepaart mit verminderter Belastbarkeit. Der Konsument zieht sich immer mehr in sich zurück und wird sich selbst und den Aufgaben des Alltags gegenüber immer gleichgültiger: Er fühlt sich den Anforderungen der Leistungsgesellschaft allmählich immer weniger verpflichtet, aber auch immer weniger gewachsen, und schert mehr und mehr aus seinem bisherigen sozialen Gefüge aus.“ (wikipedia.org)
Ja, ich weiss, da steht auch dabei, dass das nicht zwingen was mit dem Kiffen zu tun haben muss, dass das nicht belegt ist und so weiter. Meine Erfahrung zeigt mir aber, dass diese Beobachtung tatsächlich auf einige konsumierende Menschen aus meinem Bekanntenkreis zutrifft. Ich möchte hier nichts pauschalisieren, aber selbst wenn nur 20% aller Kiffer in ein tiefes Motivationsloch fallen, ist das Grund genug, es nicht gesellschaftsfähig zu machen.
Meiner Meinung nach verändert regelmäßiges Kiffen, wie auch oben beschrieben die Persönlichkeit. Was man in der Umgangssprache “man sieht alles gechillter” nennt, halte ich für eine gefährliche “mir wird alles scheissegal”-Einstellung.
Aus einer australischen Erhebung schlossen verschiedene Forscher, dass Cannabis eine dauerhafte Psychose auslösen kann, da viele der untersuchten Personen psychoseähnliche Symptome hatten. Bei Veranlagung soll eine 11-fach erhöhte Wahrscheinlichkeit bestehen, an einer Psychose zu erkranken, wenn in der Jugend Cannabis konsumiert wurde. Einigen Untersuchungen zufolge wurde der Cannabiskonsum mit Schizophrenie in Verbindung gebracht. Es wurde zudem der Verdacht geäußert, dass Cannabis bereits bei moderatem Konsum eine dauerhafte Drogenpsychose auslöse sowie bereits geheilte Psychosen erneut auslösen könne. (wikipedia.org)
Ist etwas, dass bei Veranlagung das Risiko für Psychosen um das ELFFACHE steigert, harmlos? Vielleicht sei noch dazugesagt, dass eine Psychose kein Schnupfen ist. Also man das nicht in kurzer Zeit wieder “losbekommt” - und das schon nach einmaligem Konsum, solche potentiellen Konsequenzen?
Cannabiskonsumenten können eine psychische Abhängigkeit entwickeln. Während die Kleiber-Kovar-Studie und der Roques-Report von einem eher geringen Abhängigkeitspotenzial ausgehen, wurde in einer neueren Studie ein höheres Suchtpotenzial vermutet.
Vielleicht seh ich die Sache zu leicht, aber ich finde es einfach nur lächerlich zu behaupten, Kiffen würde nicht abhängig machen: Rauchen macht es doch offensichtlich auch… Und wollen wir jetzt so haarspalterisch sein, dass man nur vom Tabak aus dem Joint und nicht vom Gras abhängig ist, bzw. dass man gewohnheitsmäßig dann halt nurnoch Rauchen muss, anstatt zu Kiffen? Würde Cannabis nicht abhängig machen, würde das bedeuten, dass jemand, der sagen wir seit 10 Jahren täglich konsumiert von heute auf morgen damit aufhören kann: Und das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
So, jetzt seit ihr gefragt: Genießt den Deckmantel der Anonymität und schreibt, ob und wie oft ihr kifft, bzw. was ihr davon haltet. Habt ihr ähnliche Beobachtungen in der Entwicklung bzgl. des Umgangs mit der Droge gemacht, oder bilde ich mir das alles nur ein, bringe haltlose Argumente vor und bin einfach nur nicht auf dem neuesten Stand? Ich freue mich auf deinen Kommentar!
08. Dezember 2009 um 18:51
ich muss dir leider sagen, dass du viele haltlose argumente vorbringst und das is so offensichtlich, dass ich das nicht mal weiter kommentieren muss sonder jedem leser die möglichkeite gebe selbst zu schmunzeln.
08. Dezember 2009 um 18:59
Sehr geehrte Frau “vonundzu”, ich stimme ihnen schmunzelnd zu, allerdings bezogen auf ihren völlig nichtssagenden Kommentar. Es wäre durchaus schon, wenn Sie das weiter kommentieren könnten.
09. Dezember 2009 um 22:41
Gras hat natürlich seine Gefahren, genau wie Auto fahren, fettes Essen oder poppen…
“Zensur ist es einem Mann sein Steak zu verbieten nur weil ein Kind es nicht kauen kann” -kp von wem der Satz ist, muss ziemlich weise gewesen sein
09. Dezember 2009 um 23:10
Lass mich dein Zitat mal der Thematik anpassen:
“Es ist richtig ein Steak zu verbieten, weil man nicht unterscheiden kann, ob ein Mann oder ein Baby es isst und dadurch die Gefahr besteht, dass der Empfänger es nicht kauen kann.”
Wie kannst du denn zB von dir behaupten, dass du nicht von den “Nebenwirkungen” betroffen bist?
11. Dezember 2009 um 11:53
Und das muss jemand anders für dich entscheiden ob du Fleisch essen kannst oder nicht? Aber genug der Fleisch Metaphern…
Ich streite ja gar nicht ab das Gras seine Gefahren hat, genau wie so ziemlich alle Dinge in unserem Leben. Aber gerade bei einem vernünftigen Konsum (kein gestrecktes Gras, kein Dauerkonsum) sind die Gefahren weit geringer als zb bei Tabak oder Alkohol.
31. März 2010 um 15:08
Wo ist denn bei 20% Motivationslosen der Unterschied zu 1. Allerweltsmenschen wie man sie kennt und liebt, die nichts gebacken bekommen (das sollten an sich schon >20% sein, mein Erfahrungshorizont) und 2. mit sämtlichen legalen Drogen? Schon mal 1 Kanne Kaffee getrunken und danach versucht sinnvoll zu arbeiten? Und warum darf man überhaupt Alkohol kaufen? Die Risiken und die Zahl der Opfer sind im Endeffekt so groß, das es untragbar ist, diese Droge als legal zu bezeichnen.
Glaub du traust dem Liberalismus zu wenig zu. Es ist eine Frage der Gesellschaft, ob die Leute damit umgehen können oder nicht. Aber wenn du alles verbieten willst, wie soll die Gesellschaft dann erwachsen genug sein, um selbst damit umzugehen?
Und wann war das nochmal, als sich niemand getraut hat, Joints auf Parties zu rauchen? Das ist doch wohl eine Frage der Partygäste und des Umfelds und hat nichts mit Trends zu tun. (ganz zu schweigen von dem absoluten Trend nach unten, denk mal an die lustigen 70er)
fyi: ich kiffe nicht, ich rauche nicht, ich gehöre nicht zu “den Leuten, von denen man sowas halt erwarten würde”.
musste gesagt werden
04. April 2010 um 14:05
Danke für deinen Kommentar. Er hat mir in dieser Sache einen weiteren Blickwinkel eröffnet:
Trotzdem bin ich der Meinung, wenn Liberalismus, dann muss besser über die Gefahren aufgeklärt werden. Das geht bei irgendwelchen dubiosen Mischungen los, wo keiner weiss was drin ist und hört bei “Das ist doch völlig harmlos, der Staat will uns nur schikanieren” auf. Ich bezweifle, dass alle Menschen ihr Verhalten so stark hinterfragen wie du: Da hat man schnell mal eben einen Joint geraucht ohne groß darüber nachzudenken und dann gehts halt vielleicht schief und dann? Pech gehabt? Wo bleibt da die Chance, vernünftig damit umzugehen? Und was ist denn ein vernünftiger Umgang? Wie will man denn herausfinden, ob einem das Zeug nun schadet oder nicht?
15. April 2010 um 15:12
Auch meinerseits Danke für die konstruktive Kritik, ich schwebe manchmal in höheren (etwas abstrakten) Sphären.
Aufklärung und Warnung ist natürlich sehr wichtig (v.a. was Kinder angeht).
Zum vernünftigen Umgang: Vielleicht kann man sich als Eltern da an der Annäherung an Alkohol orientieren. Wobei eben das ja so manche Eltern überhaupt nicht (mehr?) gebacken bekommen..
Es ist ein weites Feld!
Übrigens kenne ich tatsächlich diese Sorte Mensch, die du da (glaube ich) beschrieben hast. Diese “ich lebe Hiphop und da gehört Weed als fester Bestandteil zu meinem Leben”-Kerle?
PS: Die dubiosen Mischungen sollten meiner Meinung nach nicht mehr zu kaufen sein, wenn da Steuern drauf sind. Wie ist das in den Niederlanden? Kenn mich da leider nicht aus..